Schwelmer Kommunalpolitik und die offene Ganztagsgrundschule

Veröffentlicht am 12.09.2004 in Ratsfraktion


Foto WR/Marcus Esser

Das Bild hat Symbolkraft. Aufgenommen wurde es in einem anderen Zusammenhang. Bei der letzten Schulausschusssitzung wollten sich nicht alle Mitglieder ihre Schuhe nass machen. Deswegen stehe ich dort zufällig allein. Doch es kann auch ein Symbol sein für die Unterstützung, die wir als SPD im Rat von anderen Gruppen erhalten, um den Bereich Kindergarten und Grundschule in Schwelm zu fördern.

Unterscheiden muss man hierbei zwischen Aussagen in den aktuellen Wahlprogrammen und dem, was seit unserem Antrag vom Februar 2003 im Hinblick auf die Einführung der offenen Ganztagsgrundschule getan wurde.

In den Wahlprogrammen taucht die offene Ganztagsgrundschule bei allen auf. Darauf zu verzichten, das verbietet die Opportunität. Wenn es dann etwas konkreter sein darf, gibt es deutliche Unterschiede. Der Eine sagt, eigentlich ja, aber so nicht, der Zweite verhaut lieber die Landesregierung, der Dritte zeigt, dass er Zusammenhänge eher nicht kennt, der Vierte will alle Grundschulen Schwelms umwandeln.

Wir wollen eine bedarfsorientierte Einrichtung der offenen Ganztagsgrundschule. Dazu benötigen wir eine Gesamtkonzeption auf professioneller Basis, und dies mit Blick auf das Jahr 2007.
Das vierte Ortsgespräch hat gezeigt, dass dieser Weg von anderen Städten gegangen wurde und beindruckende Ergebnisse zeigt. Wir wollen nicht aus dem Bauch entscheiden, sondern auf der Grundlage von Informationen wie z.B. einer Prognose der Schülerzahlen im Primarbereich und von Strukturdaten für die Schulbezirke. Wir fordern keine flächendeckende Einführung vor einer Bedarfsermittlung in allen Schulbezirken.

Schaut man auf die konkrete Arbeit der letzten Ratsperiode zurück, verändert sich der Eindruck. Da nähern wir uns dem obigen Bild. Unserem Antrag wurde zwar mehrheitlich zugestimmt, eine inhaltliche Diskussion interessierte aber die wenigsten.

Und was macht die Verwaltung?
Die SPD-Fraktion hatte den Antrag gestellt, wegen der Mittagsverpflegung der offenen Ganztagsgrundschule Engelbertstraße Kontakt zum evangelischen Feierabendhaus aufzunehmen. Es sollte geprüft werden, ob die nahe gelegene Großküche des Altenpflegeheimes die Verpflegung der Kinder übernehmen könne. Zur Antwort erhielten wir, dass es wegen einer schnellen Planung für die Grundschule Engelbertstraße nicht gehe, dies bei der Planung für zukünftige offene Ganztagsgrundschulen aber berücksichtigt werde. Nun gehört zu den o.g. Strukturdaten, dass nur die Kinder der Engelbert-Grundschule das Feierabendhaus mit einem kurzen Fußweg erreichen können. Hier zeigt sich wieder, dass wir eine Gesamtkonzeption unter Berücksichtigung der notwendigen Strukturdaten brauchen.

Der sicherste Weg, die offene Ganztagsgrundschule sinnvoll in die Schwelmer Schullandschaft einzubauen und mit den Ressourcen der Schulbezirke zu verknüpfen, ist die Stärkung der SPD-Fraktion.
Gerd Philipp

 

Kommentare

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RE:Schwelmer Kommunalpolitik und die offene Ganztagsgrundsch

Sehr geehrter Herr Gießwein,
Ihr "Schade" verstehe ich nicht. Nichts ist anders.
Das Bild wurde so gemacht. Darauf habe ich keinen Einfluss, ich wäre auch technisch überfordert. ich habe auch kein anderes bekommen. Wenn Sie daneben gestanden hätten, wäre auch Ihr Rücken zu sehen.
Doch zum Wichtigeren, der Sache: Dass wir den Antrag zur offenen Gesamtschule beide getragen haben, steht außer Frage. Ich habe sie nicht mit den anderen Fraktionen in einen Topf geworfen. Ich habe geschrieben, der Vierte will alle Grundschulen umwandeln. Das habe ich Ihrem Wahlprogramm entnommen. Also, der Vierte, da meinte ich die Grünen. Dass der Vierte sich überdeutlich von den Gruppen eins bis drei unterscheidet, (dachte ich) wird völlig klar. Es tut mir leid, wenn man das missverstehen kann.
Wir fordern allerdings in unserem Wahlprogramm nicht die flächendeckende Einführung. Sie können es auf unserer Seite nachlesen. Wir wollen vernünftige Informationen, die eine Gesamtkonzeption ermöglichen. Bezogen auf das Ergebnis sind wir offen, sie kann durchaus so sein, wie Sie es jetzt fordern. Die Stadt, aus der unsere Referentin des vierten Ortsgespräches kam, hat so entschieden.
Dass wir diese - aus unserer Sicht nötigen - Informationen bisher nicht haben, haben weder Sie noch wir zu verantworten. Ehrenamtlich Tätige stoßen da an Grenzen. Das hat die Verwaltung zu leisten. Bisher hatte sie das nicht getan. Es lässt sich noch nachholen.
Dass Sie (persönlich) sich wie ich auf zusätzlichen Tagungen sachkundig gemacht haben, weiß ich und halte damit nicht hinter dem Berg, auch, dass wir da wieder in der Minderheit sind.
Die Uninteressiertheit der Mehrheit in der gemeinsamen Tagung von Jugendhilfe- und Schulausschuss an der Frage der offenen Ganztagsschule, die Reduzierung auf die Frage, welchen Träger wählen wir, dass hat sie genauso geärgert wie mich.
Ich verschweige keinen, mit dem ich in den Ausschüssen gut zusammengarbeitet habe. Auf meiner Seite zur Vorstellung Ratswahl 2004 können Sie es sehen. Wenn ich schreibe, "eine inhaltliche Diskussion interessierte aber die wenigsten", dann meine ich die Vertreter der SPD, der Grünen und einiger gesellschaftlicher Gruppen, die ebenfalls in den zwei Ausschüssen sitzen. Leider waren wir die Wenigen. Es soll mich freuen, wenn es anders wird.
Gerd Philipp

Autor: Gerd Philipp, Datum: 13.09.2004, 20:16 Uhr


RE:Schwelmer Kommunalpolitik und die offene Ganztagsgrundsch

Schade, dass in Wahlkampfzeiten alles anders ist als im "richtige Leben". Auf dem Bild ist leider nicht zu sehen (ist wohl auch so gewollt), dass ich mir die Füße genau so schmutzig gemacht habe. Und was die Offene Ganztagsgrundschule angeht, glaube ich haben wir (Die Grünen) inhaltlich eine Menge mitdiskutiert. Bei der Entscheidungsfindung des jetzigen Trägers und über die Wichtigkeit der Trägervielfalt hatten wir bisher jedenfalls die selben Ansichten. Ich habe mich eingehend mit diesem Thema beschäftigt und stehe zu unserem Beschluß (auf ihren Antrag hin), in Schwelm die Offene Ganztagsgrundschule fläschendeckend einzuführen.
Das dies für die anderen Parteien nicht gilt ist schade aber kein Grund unsere bisherige gute Zusammenarbeit (zumindest aus meiner Sicht) was die Einrichtung von offenen Ganztaggrundschulen in Schwelm angeht totzuschweigen und uns mit allen anderen über einen Kamm zu scheren.
Zumindest von ihnen war ich bisher anderes gewöhnt.
Mit enttäuschten Grüssen

Marcel Gießwein

Autor: Marcel Gießwein, Datum: 13.09.2004, 17:01 Uhr


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