Ein Meisterstück in Sachen zielgruppenorientierte Informationsvermittlung zeigte der Stadt-Jugend-Ring bei seiner Wahlparty für Jugendliche im Gemeindehaus der Evangelisch-Freikirchlichen-Gemeinde am Westfalendamm.
Immerhin rund 100 Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren nahmen an der politischen Veranstaltung teil und hatten sogar eine Menge Spaß am sonstigen „Unthema“ für diese Altersgruppe.
Neben den vier Schwelmer Bürgermeisterkandidaten Dr. Jürgen Steinrücke (CDU), Heike Weidner (SPD), Marc Albano-Müller (Bürger für Schwelm) und Brigitta Gießwein (Bündnis 90/Die Grünen) stellte sich auch die Vorsitzende der Schwelmer Wählergemeinschaft Martha Feldkamp den Erstwählern vor.
Mit einer Probeabstimmung zeigten die Jugendlichen bereits zwei Wochen vor dem offiziellen Wahltermin, wem und welcher Partei sie ihre Stimme geben würden. Mit knapper Mehrheit siegte Dr. Jürgen Steinrücke (28,1 %) vor Heike Weidner (25 %). Immerhin 18,8 % der abgegebenen Kreuze landeten im Feld: „Ich weiß noch nicht, welche Partei ich wähle“.
Sehr erfreulich werteten die Veranstalter die Tatsache, dass die Splitterpartei am rechten Rand der Parteienlandschaft mit 0 % der Stimmen abschnitt. Bei der Auszählung der Stimmen für die politische Partei zeigte sich ein klarer Sieg für die CDU (34,4 %) im Gegensatz zu lediglich 12,5 % für die SPD.
In einer Talkrunde fühlte das Moderatorenteam, bestehend aus Stefan Pues (Jugendpastor der Evangelischen Freikirchlichen Gemeinde), Frank Bicks (CVJM), Cornelia Sippel (CVJM) und Dirk Höllerhage (Blaues Kreuz/Villa) den geladenen Politikern erst mal auf den Zahn.
Der amtierende Bürgermeister erklärte sein Aufgabengebiet als Erster Mann der Stadt und bekannte sich im Rahmen der Jugendarbeit dazu, ein „Fan der Villa“ zu sein. Heike Weidner setzt als potentielle Bürgermeisterin auf ihre Fähigkeit „Menschen zusammenzubringen“ und ihre gute Menschenkenntnis. Brigitta Gießwein gab offen zu, dass Umweltschutz heute kein „brandaktuelles Thema mehr sei“, aber sicherlich nicht vergessen werden dürfe. Marc Albano-Müller erklärte, gefragt nach seinen Ambitionen für das Bürgermeisteramt, die Stadt habe aus seiner Sicht Probleme und er wolle diese anpacken. Gefragt nach ihrem Einsatz für Jugendliche erklärte Dr. Steinrücke, er wolle sich sowohl für Arbeitsplätze, die Wirtschaft und für Jugendprojekte, wie das Jugendzentrum und die Villa stark machen. Heike Weidner setzt auf die Steigerung von Kurzzeit-Tourismus und damit auf einen Attraktivitätsgewinn für die ganze Stadt. „Hierdurch müssen wir zu mehr Arbeits- und Ausbildungsplätzen kommen“, forderte Weidner.
Auch die Jugendvertreter der Schwelmer Parteien kamen zu Wort. Gefragt nach ihren Beweggründen hinsichtlich ihres Engagements für eine politische Partei versicherten alle, der Drang etwas Verändern und Mitbestimmen zu wollen sei Motor ihres Tuns.
Zusätzlich informierte Rainer Fischer, städtischer Hauptsachbearbeiter für Wahlen die praktische Handhabung der Formalitäten wie Wahlbenachrichtigung, Anzahl und Bedeutung der unterschiedlichen Wahlzettel.
Mit viel guter Stimmung, fetziger Live-Musik und einem bunten Unterhaltungsprogramm schaffte das Moderationsteam die perfekte Kombination zwischen Sachinformationen und Unterhaltung. Von den insgesamt 1422 Erstwählern im Schwelmer Stadtgebiet hätten sicherlich mehr als 7 Prozent einen Zugang zum Thema „Kommunalwahlen“ hier finden können.