Kaum war der Startschuss für ein Rennen, dass keiner kannte, verklungen, ertönt schon das Schlusssignal beim Zieleinlauf.
Und die Geschichte des Freibades – seit 1922 - ist beendet.
Die Vorgehensweise der CDU und ihrer Unterstützer ist nicht mehr zu überbieten. Unter dem Deckmäntelchen der Sachlichkeit wird uns eine dringende Notwendigkeit vorgespielt, die nicht besteht. Jeder inhaltlichen Diskussion ausweichend scheint Gefahr im Verzuge, wenn nicht jetzt und sofort das Freibad geschlossen bzw. es gar nicht mehr geöffnet wird.
Bisher blieben die CDU und ihre Unterstützer jede wirkliche Begründung schuldig. Seit 6 Jahren regiert ein CDU Bürgermeister ohne sichtbare Erfolge. Es ist ihm nicht gelungen, die politischen Kräfte in Schwelm zusammen zuführen, vielmehr hat er die Differenzen in den Positionen verfestigt. Und jetzt, zwei Jahre vor der Kommunalwahl, erwacht die CDU zu einem seltsamen Leben. Wurde am Donnerstag noch von den Geldern für die weiteren Verfahrensschritte gesprochen, die man nicht mehr ausgeben wolle, sind wir nun bei der faktischen Schließung des Freibades in 2008.
Der Bürgermeister erwartet offensichtlich den Schließungsbeschluss in der Ratssitzung am 13. März. Vielleicht weiß er schon, welchen Beschluss seine CDU Fraktion vorlegen wird?
Auf eine wirklich sachliche Begründung werden wir dann wohl auf Dauer warten müssen. Heißt es doch inzwischen:
Durch die Reduzierung des Badangebots auf einen Standort (Hallenbad) erhofft man, das bisherige jährliche Defizit beim Betrieb beider Bäder von 1,16 Millionen Euro um ca. 500 000 Euro vermindern zu können. Gleichzeitig wird von einer zusätzlichen Ausgabe für notwendige Investitionen für das Hallenbad von 793.000 € gesprochen.
Allein diese Erklärung zeigt, es gibt kein Konzept und keine Berechnung. Es gibt nur das Spiel mit der flüchtigen Mehrheit im Rat und die Hoffnung, dass es klappt. Die Diagonalsperre lässt grüßen.
Zusammenfassend kann man sich fragen: „Ja ist denn schon Wahlkampf?“
Oder, warum alles jetzt und warum alles so schnell?
Dahinter steht wohl die Hoffnung, dass die Bürgerinnen und Bürger 2009 – vor der Wahl - vergessen haben, was man ihnen 2008 angetan hat, als die CDU und ihre Unterstützer das Freibad geschlossen haben.
Vielleicht will man es dann noch als Erfolg verkaufen.
Bleibt der Appell an die Vernunft auf Seiten der CDU und die Hoffnung auf den Protest der mündigen Bürger.
Die SPD bleibt bei ihren Vorstellungen und wird weiter für die beste Lösung kämpfen.
Gerd Philipp, Jochen Stobbe